Streuobst
Blick durchs Jahr
Wer kann sagen, wann ein Jahr beginnt:
Der Kalender, der stets das gleiche Datum vorschreibt? Die Vögel, die früher als letztes Jahr aus Afrika zurückkommen? Die Schafe, wenn sich die Herbststürme legen oder wenn sie geschoren werden?
Vielleicht ist es der erste Sonnenstrahl nach dem langen Juliregen, der einen Anfang setzt.
Den Äpfeln ist es gleich.
Mit diesen Worten und der Fotografie der Äpfel auf dem Schreibtisch beginnt eine kleine Zeitreise. »Dem Blick durchs Jahr« folgen achtzehn weitere.
»StreuObstWiesenBlicke« heißt die CD-Rom, die dreizehn Frauen und Männer am 10. Januar 2003 vorstellten. Ein gemeinsames Projekt hatte sie zusammen gebracht: Im Südosten Darmstadts, am nördlichen Ende der Bergstraße gibt es eine einmalige Kulturlandschaft, die Streuobstwiesen.
Wer sich dieser Landschaft behutsam nähert, dem erschließt sich eine eigene Schönheit. Wer Augen und Ohren offen hält, der kann Schätze entdecken, die dem Vorbeireisenden verborgen bleiben.
Dies zu zeigen war das Ziel. Die Aufnahmen hier können Ihnen einen winzigen Einblick gewähren. Sie geben nicht den Umfang der CD wieder.
Dreihundert Fotos, mehrere Filme, Betrachtungen über Äpfel und Birnen, ein Memory für Ohren, sinnliche Texte, Panoramablicke und vieles mehr: das erwartet den Betrachter der CD-Rom.
Ein kleines Kunstwerk, geschaffen mit viel Engagament, mit Liebe zum Detail und Freude an der Arbeit.
Die Autoren:
- Armin Briatta
- Annette Dietrich
- Leon Funck
- Eric Giebel
- Andrea Haas
- Christoph Hans
- Renate Haskert-Riechel
- Gigi Ickler
- Niels Kirsch
- Sabine Niedernhöfer
- Thekla Papastergiopoulou
- Saeideh Rahimi
- Marie Luise von Seelen
Peter Schmidt
Ihm danke ich besonders für den großen persönlichen Einsatz und dafür, dass er uns sein Wissen auf sympathische und menschliche Art weiter gegeben hat.
Lesen Sie nun noch ein paar kurze Texte, welche die Bilder durchs Jahr begleiten:
Der Sommer war abwechselnd trocken und sehr feucht. Die Schafe störten sich nicht daran.
Wenn ich mich ihnen vorsichtig näherte, blieben sie meist ruhig. Nur manchmal schien eines zu fragen: »Hast du uns nicht oft genug fotografiert?«
Gegen Mittag blies der Wind kälter. Ich sehnte mich nach dem Kachelofen, der in den Sechzigern das Wohnzimmer meiner Großeltern gewärmt hatte.
Gleichzeitig beneidete ich alle, welche jetzt an der frischen Luft arbeiten durften: Im November galt es, die jungen Obstbäume zu pflanzen.
Silke machte Notizen. Mein Blick fiel auf ihre Hände, die voller Erde waren. Ich fand sie schön.
Ich hatte der untergehenden Sonne ein paar Minuten nachgeträumt. Dann stiefelte ich hundert Schritte weiter den östlichen Hang hinauf.
Ich hatte keine Idee davon, dass mich nur ein paar Meter später der Himmel mit einem ganz anderen Farbenspiel überraschen sollte.
